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Lokales DB
15.07.10 14:49 Uhr

Bringt Wohngebiet das Tierheim in Gefahr?

Von: Martina Rüsing

FEUCHT – Die Bedenken des Tierheims Feucht gegen das angrenzende Wohngebiet „Am Reichswald“, das derzeit geplant wird, waren Thema bei der Mitgliederversammlung. 1. Vorsitzender Herbert Sauerer berichtete, dass die laufende Unterschriftenaktion gegen das Projekt auf großen Zuspruch stößt.

Das Wohngebiet sei eine Bedrohung für die langfristige Existenz des Tierheims, stellte Sauerer fest. Der Markt Feucht begründet die Notwendigkeit von „Am Reichswald“ damit, dass man so dem Bevölkerungsrückgang entgegensteuert.

Dieser Schwund sei aber nicht nur ein Feuchter, sondern ein landkreisweites Problem. „Wenn Leute in dieses Wohngebiet ziehen, haben andere Gemeinden das Nachsehen“, beschrieb der 1. Vorsitzende die Situation.

Das Feuchter Tierheim hat Angst vor Klagen künftiger Anwohner wegen Lärmbelästigung. Sauerer verwies auf andere Einrichtungen, die dieses Schicksal bereits ereilt hat.

Sehr erfolgreich verläuft die Unterschriftenaktion, mit der man eine rechtliche Absicherung des Tierheims fordert. Im Internet trugen sich bislang 1626 Personen ein, auf verteilten Listen unterschrieben 3213 Leute. Sauerer ist zuversichtlich, dass man die 5000-Marke noch knacken wird.

Vielleicht sorgt dafür schon die Aktion einer Anfang Juni gegründeten Arbeitsgruppe, die sich um das Thema Wohngebiet kümmert. Am morgigen Samstag wollen Mitglieder an einem Stand vor der Karstadt-Filiale in der Karolinenstraße in Nürnberg von 11 bis 16.30 Uhr über die geplante Bebauung informieren und weitere Unterschriften sammeln.

Der 1. Vorsitzende ist sich bewusst, dass diese Aktivitäten keine rechtlichen Auswirkungen auf das Bebauungsplanverfahren haben. „Aber es zeigt, welche Bedeutung und welches Ansehen das Feuchter Tierheim genießt.“ Sogar international bekommt man Unterstützung. Zuspruch erfährt man auch vom Landestierschutzbund und vielen seiner 83 Tierheime in Bayern.

Schlechter sehe es dagegen mit der Unterstützung aus dem Feuchter Marktgemeinderat aus. Lediglich SPD und Grünen seien auf der Seite der Tierschützer. „Die Taten der übrigen sprechen eine andere Sprache“, stellte Sauerer fest. Er verwies auf den Antrag zum Bau einer Vogelvoliere, aufgrund dessen die Gemeinde eine Veränderungssperre für das Gebiet erlassen hatte.

Er berichtete den anwesenden Mitgliedern auch über das Angebot der Investoren des Wohngebiets. Sie hätten dem Tierheim die Einhallung für den Anlieferbereich von Fundtieren finanziert, was der Vorstand aber ablehnte (wir berichteten). Dies würde das grundsätzliche Problem nicht lösen, zudem würden damit weitere Betriebskosten anfallen und ein Teil des Grundstücks beansprucht, so die Begründung.

„Es laufen vereinzelt Gespräche nach allen Seiten“, verriet Sauerer, „bisher ohne Ergebnis“. Man bleibe bei der Haltung, dass dem Tierheim durch das Wohngebiet keine Nachteile entstehen dürfen. Eventuell müsse man sogar eine Normenkontrollklage einreichen und den Bebauungsplan rechtlich überprüfen lassen.




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