Lkw raste ungebremst in ein Stauende

ALTDORF/FEUCHT – Bei einem Auffahrunfall auf der A 3 bei Winkelhaid ist gestern Mittag ein 41-jähriger Lkw-Fahrer aus der Oberpfalz getötet worden. Der Mann fuhr mit seinem mit Betonfertigteilen beladenen Lkw ungebremst in ein Stauende. Dabei wurden ein bosnischer und ein rumänischer Laster ineinander geschoben.
Beim Aufprall des oberpfälzer Lkw auf den vor ihm stehenden bosnischen 40-Tonner rutschten tonnenschwere Betonplatten nach vorn, bohrten sich durch die Rückseite des Führerhauses und klemmten den Fahrer ein.
Hans M. war mit seinem weißen BMW auf dem Weg zum Nürnberger Flughafen. „Plötzlich war da diese gewaltige Staubwolke und ich habe gebremst und bin nach links ausgewichen“, erzählt der Geschäftsmann, der sich gestern zu den Glückspilzen des Tages zählte, weil ihm nichts passierte.
Maid Obramovic (30) saß am Steuer des bosnischen Lkw, als es krachte. „Ich bin nach vorn geflogen und mit den Knien gegen die Lenksäule geprallt“, so der gut deutsch sprechende bosnische Lkw-Fahrer. Im nächsten Augenblick knallte es in seinem Rücken, die Ladung, bestehend aus Paletten mit Metallteilen, krachte durch die vordere Begrenzung des Sattelaufliegers gegen die Rückwand des Fahrerhauses. „Das hat Gott sei Dank gehalten“, freut sich der Bosnier, dessen Laster dann auf den vor ihm stehenden Auflieger eines rumänischen Sattelschleppers gedrückt wurde.
Obramovic überstand das Unglück mit leichten Verletzungen an den Knien. Schwerste Verletzungen dagegen erlitt der 41-jährige Auffahrer. Feuerwehrleute aus Altdorf, Feucht, Winkelhaid, Schwarzenbruck und von der Nürnberger Berufsfeuerwehr arbeiteten länger als eine Stunde an dem völlig zerstörten Führerhaus des Betonlasters, bevor sie den eingeklemmten Fahrer befreit hatten.
Gaffer auf der Gegenfahrbahn
Auf der Gegenfahrbahn bremsten zwischenzeitlich immer wieder Gaffer ab, die nicht davor zurückschreckten, die Rettungsarbeiten mit ihren Handys zu fotografieren und zu filmen. Dabei kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Die Polizeibeamten an der Unfallstelle winkten die Gaffer zwar weiter und bedeuteten ihnen, rasch vorbeizufahren, Unverbesserliche ließen sich aber selbst durch die Beamten nicht abschrecken. Autobahnpolizei-Chef Pfeiffer warnte davor, sich zu nahe an der Mittelschutzplanke aufzuhalten, weil immer damit gerechnet werden musste, dass ein unaufmerksamer Gaffer die Kontrolle über seinen Wagen verlor.
Nachdem die Retter den Verunglückten Oberpfälzer aus dem Wrack geborgen hatten, gelang es dem Notarzt nicht mehr, den Schwerstverletzten zu reanimieren. Die Piloten des auf der Autobahn gelandeten Rettungshubschraubers mussten unverrichteter Dinge wieder starten.
Für die Feuerwehrleute dagegen hieß es nun: Unfallstelle aufräumen und säubern, bevor der Schwerlastkran und die Spezialfahrzeuge der Altdorfer Bergefirma Tom Thompson zum Einsatz kamen.
A 3 stundenlang gesperrt
Während der Rettungs- und Bergearbeiten blieb die A 3 in Richtung Nürnberg zwischen Autobahnkreuz Altdorf und Autobahnkreuz Nürnberg gesperrt. Erst in den Abendstunden lief der Verkehr wieder störungsfrei. Gebildet hatte sich der Stau, auf den der 41-Jährige aufgefahren war, vor einer Baustelle, die in den vergangen Tagen immer wieder für Verkehrsbehinderungen gesorgt hat. Den Gesamtschaden des Unfalls beziffert die Polizei auf über 100.000 Euro.


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