Raupen fressen Wälder

ALTDORF/FEUCHT – Forstleute beobachten derzeit genau, wie sich die Population der Nonnenfalter entwickelt. Dazu wurden im Bereich des Amts für Landwirtschaft und Forsten insgesamt 45 sogenannter Monitoringfallen aufgestellt, die die Falter anlocken. Revierleiter Klaus Oblinger, der das Forstrevier Altdorf betreut, ist derzeit regelmäßig im Wald unterwegs und zählt die in den Fallen gefangenen Schädlinge.
Zeichnet sich ab, dass es bei den Faltern zu einer Massenvermehrung kommt, müssen die Forstbehörden sofort aktiv werden.
„Je früher wir die Entwicklung abschätzen können, um so besser können wir gegensteuern“, so Harald Gebhardt, Bereichsleiter Forsten am Amt für Landwirtschaft.
Gebhardt erinnert sich noch gut an die massenhafte Vermehrung der Nonne im Gebiet Allersberg-Roth-Wendelstein vor 23 Jahren. Damals fraßen die Schädlinge auf 300 Hektar die Kiefernwälder kahl, über weite Strecken waren die Kiefern damals vernichtet.
Die Forstleute hatten seinerzeit zu spät reagiert. Als sie die Kalamität bemerkten, war es bereits zu spät. Die Raupen der Nonne saßen so dicht in den Nadelbäumen, dass es in den Kiefernwäldern unablässig nieselte – allerdings fiel damals kein Regen vom Himmel sondern der Kot von Millionen und Abermillionen Raupen.
Wenn sich heute abzeichnet, dass eine erneute Massenvermehrung der Nonne bevorsteht, wird der Häutungshemmer Dimilin gegen die Schädlinge eingesetzt. Das Mittel wird vom Helikopter oder Flugzeug über den Wäldern versprüht.
Mit Hilfe der neuen Pheromonfallen lassen sich exakte Voraussagen über die Entwicklung der Populationen treffen. In den vergangenen Jahren hat man Leimfallen eingesetzt, um Aussagen über die Vermehrung von Schad-Insekten machen zu können. Seit 1987 nun gab es in der Region kein massenhaftes Auftreten von Nonnenfaltern mehr. Allerdings begünstigt wärmeres Klima die Schädlinge. „Angesichts des Klimawandels bedeutet das für uns besondere Wachsamkeit“, so Gebhardt.


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