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Lokales HZ
30.07.10 17:22 Uhr

Der Alltag als Geschenk?

Von: Johanna Brennhäuser

Birgit Haas aus Hersbruck, die Patin des schwerkranken Robin, im Interview.

Robin ist ein schwerkranker Junge. Er ist acht Jahre alt und wohnt mit seiner Familie in Altensittenbach, seine Krankheit - ein sehr schlimmer Gehirntumor - macht allen das Leben schwer. Operationen, Fahrten ins Krankenhaus und anstrengende Therapien gehören zur Tagesordnung. Inzwischen wird bei der Familie das Geld knapp. Um sie unterstützen, haben die Hersbrucker Birgit Haas, Robins Patin, und ihr Mann Bernd, der Betriebsleiter der Kläranlage Hersbruck, ein Spendenkonto eingerichtet.

Wie geht es Robin zurzeit?

Birgit Haas: An manchen Tagen geht es ihm gut, dann ist er fröhlich, an anderen Tagen liegt er nur im Bett und schläft. Momentan geht es ihm sehr schlecht. Er spürt die Nachwirkungen einer Strahlentherapie, ist müde und kann nichts essen.

Wie ist die Krankheit entdeckt worden?

Das war am 6. April dieses Jahr. Vier Tage zuvor war die Familie im Tiergarten und Robin war an diesem Tag ungewohnt teilnahmslos. Das ganze Wochenende war er sehr ruhig und wollte nur schlafen. Am Montag schlief er ab 15 Uhr durch bis Dienstag früh. Dann wurde ihm stark übel und er sah plötzlich doppelt. Die Mutter ist mit ihm sofort zu Dr. Melanie Adelhardt gefahren. Diese hat sehr professionell gehandelt. Im Südklinikum wurde dann der Gehirntumor entdeckt. Der Junge wurde zweimal operiert, lag vier Wochen im Krankenhaus. Das alles hat ihm sehr zugesetzt.

Und die Familie leidet mit ihm.

Ja, er hat drei Geschwister, ihnen geht es dadurch auch nicht gut. Zu allem Überfluss hatte der Familienvater im vergangenen Jahr eine schwere Lungenembolie und war ein halbes Jahr krank. In dieser Zeit lebte die Familie nur vom Krankengeld. Inzwischen geht es ihm zwar besser, doch die Mutter kann auch nicht mehr arbeiten, weil Robin rund um die Uhr Pflege braucht.

Kann er in die Schule gehen?

Manchmal. Das tut ihm gut. Seine Klasse geht ganz normal mit ihm um, da starrt ihn keiner an, wie es anderswo passiert. Das ist ohnehin das Wichtigste: ganz normal mit ihm umzugehen und ihm ein Stück Alltag zu geben.

Wie möchten Sie helfen?

Ich möchte der Familie wertvolle Zeit mit ihrem Sohn schenken, weil niemand weiß, wie es weitergeht. Sie sollen die guten Tage nutzen und die Sorgen ein bisschen vergessen. Das versuchen wir schon - wir spielen mal ein Spiel oder gehen spazieren. Aber die Familie muss auch mal raus, Ausflüge machen und Robins Herzenswünsche erfüllen.

Dafür ist das Konto gedacht?

Ja, auch. Das Geld soll für all das verwendet werden, was Robin braucht, auch für Unternehmungen. Durch die Medikamente (Cortison und Chemotherapie) braucht er ständig neue Kleidung, weil sein Gewicht stark schwankt. Und sein großer Wunsch ist, mit seiner Familie ans Meer zu fahren. Ich selbst spende auch: Seit zwölf Jahren arbeite ich für die Firma Tupperware. Ich veranstalte Benefiz-Tupper-Partys. Deren Erlös kommt auf das Spendenkonto.

Kontakt: Birgit Haas, Tel.: 0170/ 2955577, E-Mail: haas.birgit.1007@web.de. Die Sparkasse Nürnberg in Altensittenbach hat ein Spendenkonto für Robin eingerichtet: Kennwort „Hilfe für Robin“, Konto 10878015, BLZ 76050101.Interview: job




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