Landkreislauf-Urgestein

LAUF — „Der Landkreislauf ist die einzige Veranstaltung, die alle drei Altlandkreise unter einen Hut bekommt und die funktioniert“, sagt Polizist Kurt Niedermirtl. Er muss es wissen, denn als Verkehrssachbearbeiter für den Landkreis ist er seit der ersten Auflage vor elf Jahren dabei. Zugleich ist dieser sein letzter Landkreislauf: Ende des Jahres geht er in Rente.
Als landkreisweiter Verkehrssachbearbeiter ist Kurt Niedermirtl zuständig für alle Veranstaltungen, bei denen die Verkehrssicherheit eine Rolle spielt und die sich nicht nur auf reinen Gemeindestraßen abspielen.
Damit ist der Landkreislauf natürlich sein ureigenstes Aufgabengebiet. Niedermirtl ist zwar selbst kein Läufer, war aber von Anfang an ein Fan der Veranstaltung. Er berät das Landratsamt bei der Streckenführung, hilft den Feuerwehren bei der Absicherung und ist auch jedes Jahr „live“ dabei – als einer der wenigen Polizisten, denn die Absicherung der Strecke übernehmen meist Feuerwehren und freiwillige Helfer. Sie jedoch hilft Niedermirtl einzuteilen und zu schulen: Jedes Jahr im Vorfeld trifft man sich dazu im großen Sitzungssaal des Landratsamtes.
Dort werden alle Streckenabschnitte mit ihren neuralgischen Punkten noch einmal durchgesprochen. Auch die aktuelle Strecke kennt er gut – zumindest die Stellen, an denen sie an Straßen entlang verläuft. „Ich bin schon jeden Meter selbst unterwegs gewesen“, sagt Niedermirtl schmunzelnd, „wenn auch nicht zu Fuß.“ Denn jede der bisher elf Strecken musste von ihm abgesegnet werden. Weil er sich aber so gut auskennt auf den Straßen in seinem Landkreis, muss er dazu kaum seinen Schreibtisch verlassen.
Jedes Jahr schickt ihm das Landratsamt die Strecke im Vorfeld zum Absegnen. „Ich muss sagen, von den Streckenverantwortlichen wird sehr gute Arbeit gemacht. Ich hatte da noch nie eine echte Beanstandung, wenn dann eher den einen oder anderen Vorschlag, wo man eine Straße einfacher und sicherer überqueren kann.“
Um die Sicherheit der Läufer zu gewährleisten, setzt Niedermirtl weniger auf Verkehrsschilder als vielmehr auf Ordner. „Wenn da ein Schild steht, wird es viel leichter übersehen, als wenn ein Ordner in einer Warnweste steht und winkt“, weiß er aus Erfahrung. Außerdem könne der Ordner nicht nur auf den Autofahrer einwirken, sondern auch auf den Läufer: In einer brenzligen Situation könnte er also auch den Sportler aufhalten.
Läufer kann man nicht steuern
Das wiederum sei aber schwierig, wie Niedermirtl weiß: „Wenn die erstmal ein paar Kilometer unterwegs sind, kann man sie kaum mehr steuern, dann überqueren sie die Straße halt da, wo es ihnen passt, und nicht da, wo es ihnen die Ordner sagen. Sie sind halt ehrgeizig“, sagt er nachsichtig. Aber auch gegen solchen Übereifer hat der „alte Hase“ ein Mittel: „Dann sperrt man die Straße halt ein bisschen großräumiger ab, damit sie diagonal drüber laufen können.“
Auch mit den Parkplätzen gab es in den Vorjahren immer wieder einmal kleinere Probleme. „Kaum jemand bildet Fahrgemeinschaften, da werden dann über 100 Läufer mit dem Privatauto zum Etappenziel gefahren und wieder abgeholt. Und je weiter es Richtung Ziel geht, desto mehr werden es“, sagt er. Da drückt Niedermirtl dann auch mal ein Auge zu und erlaubt, dass am Straßenrand entlang geparkt wird oder Ähnliches. „Dieses Jahr in Freiröttenbach dürfte es ohnehin nicht so dramatisch werden.“
Dort stellt nämlich ein Bauer sein Feld zum Parken zur Verfügung. Niedermirtl empfielt trotzdem, Fahrgemeinschaften zu gründen. Ein bisschen Stolz schwingt schon mit in seiner Stimme, wenn Niedermirtl über die Unfallstatistik des Landkreislaufs berichtet: „Es hat in den letzten zehn Jahren keinen einzigen Verkehrsunfall gegeben – zumindest keinen, der der Polizei angezeigt wurde.“


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