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Lokales PZ
08.07.10 17:26 Uhr

Ottensoos: Daxenberger trotz WM ein Magnet

Von: Markus Erlwein

Sepp Daxenberger bei seiner Rede in Ottensoos. Foto: Erlwein

OTTENSOOS (erl) – Die Popularität von Sepp Daxenberger ist ungebrochen. Beim Besuch von Bayerns wohl beliebtestem Grünenpolitiker im Roten Ross in Ottensoos war der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt und das obwohl am gleichen Abend die deutsche Nationalmannschaft bei bestem Biergartenwetter ihr Halbfinale gegen Spanien bestritt und der Oberbayer erst vor knapp einem Monat seinen krankheitsbedingten Rücktritt als Fraktionschef verkünden musste. 

Nach der Begrüßung durch den Ottensooser Jürgen Lassauer (Agenda 2010) und Landratsstellvertreter Hans-Joachim Dobbert (Die Grünen), baute Daxenberger seinen Vortrag über Kommunalpolitik auf vier Säulen auf: Demokratie, Soziales, Ökologie und Wirtschaft. Dabei erhielt der leidenschaftliche Redner für seine Ansichten immer wieder Szenenapplaus. 

Ab und an war ihm aufgrund seiner angekratzten Stimme seine gesundheitliche Beeinträchtigung etwas anzumerken, was seiner Begeisterung für das Thema jedoch keinen Abbruch tat. Das Credo des Biobauern lautet, die Menschen in ihren Gemeinde mitzunehmen, da sie sich auch als ein Teil dieser fühlen sollen. Und wenn die Politik auf kommunaler Ebene, die nunmal am nächsten am Bürger dran ist, nicht mehr funktioniert, dann wird es seiner Meinung nach schwer werden, das Interesse der Menschen für überregionale Politik zu erhalten. 

In einem kurzen Gespräch mit der PZ vor seinem Vortrag räumte der 48-Jährige ein, dass sein Besuch aufgrund seiner fortschreitend schweren Krebserkrankung und eines Schlaganfalls erst vor gut zwei Wochen zeitweise auf wackligen Beinen stand. Trotzdem folgte Daxenberger der Einladung des Agenda 21-Arbeitskreises Ottensoos und des Kreisverbandes von Bündnis 90/Die Grünen, um über seine Ansätze der Kommunalpolitik zu sprechen, da sein persönlicher Bezug zum Nürnberger Land einfach so groß sei. Dies resultierte unter anderem daraus, dass der ehemalige Landesvorsitzende das Laufer Stadtoberhaupt Benedikt Bisping intensiv bei dessen Wahlkampf unterstützt hatte. „Außerdem macht es mir Spaß und auf dem Sofa wird man auch nicht gesund“, scherzte der erste grüne Bürgermeister (Waging am See) in der Geschichte Bayerns. 

Politik sei jedoch nicht mehr wie noch früher seine Haupttherapie und er nehme Termine nicht mehr auf Biegen und Brechen wahr. „Als Landtagsabgeordneter kann man auch mal absagen, als Fraktionsführer nicht,“ erklärt er sichtlich erleichtert.

Zum aktuell heiß diskutierten Thema des Volksentscheids zum Nichtraucherschutz erklärte der konsequente Nichtraucher, er sei froh, nicht mehr nach jeder Veranstaltung wie ein Aschenbecher zu riechen. Außerdem wäre es an der Zeit gewesen, dass sich nach Jahrzenten auch mal die Raucher auf die Anderen zubewegen. Als freiheitsliebender Bayer hätte er sich aber gewünscht, dass sich die Problematik ohne ein Verbot hätte regeln lassen. 

Abschließend lag der sympatische Grünenpolitiker bei seinem Tipp für das anschließend auf Leinwand übertragene Deutschlandspiel zwar falsch, da er auf einen 2:1-Sieg für die Löw-Elf getippt hatte. Bei seinem ursprünglichen Tipp vor der WM die Spanier am Ende ganz oben zu sehen, könnte Sepp Daxenberger allerdings noch Recht behalten.

 




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