Wenn der Lokführer den eigenen Zug verpasst

HERSBRUCK (ap) - Es war wieder einmal Warten angesagt am Bahnhof rechts der Pegnitz in Hersbruck: Doch es war kein Triebwerksschaden oder Ähnliches, das am Mittwochabend die Reise in die Oberpfalz verhinderte, sondern ein fehlender Lokführer.
Als der dreiteilige Zug mit den Fahrtzielen Bayreuth, Eger und Schwandorf um 16.48 Uhr am Nürnberger Hauptbahnhof losfuhr, schien das Team komplett. Beim ersten Halt in Hersbruck, von wo der hintere Triebwagen nach Schwandorf seine Fahrt in der Regel alleine fortsetzt, wurde der Lokführer vermisst und auch nach intensiver Suche der beiden anderen Zugbegleiter und Lokführer in und außerhalb der Waggons nicht gefunden.
Wie sich später herausstellte, war dem Lokführer ein nur allzu menschliches Missgeschick unterlaufen: „Er hat einfach auf den falschen Schichtplan geschaut“, erklärte eine Sprecherin der Bahn auf Nachfrage der HZ die Verzögerungen auf der rechten Bahnstrecke.
Kleine Abenteuerreise
Ohne seinen Fahrer konnte der hintere Zugteil jedoch nicht weiterfahren. Also mussten dessen Passagiere kurzerhand alle in Hersbruck aussteigen. Der Schwandorfer Triebwagen blieb angekoppelt und wurde mit durch das obere Pegnitztal gezogen. Für die Reisenden hieß dies, sich rund eine halbe Stunde die Füße auf dem Bahnsteig zu vertreten, bis ein eilends bereitgestellter Ersatzzug die Wartenden aufnahm und an ihr Ziel brachte.
Ein Pärchen aus der Oberpfalz befürchtete, dass dieser Wagen dann proppenvoll sein würde. Daher setzten sich die beiden lieber in die Regionalbahn nach Nürnberg, um mit dem übernächsten Zug von Nürnberg nach Schwandorf zu fahren, und zwar mit Sitzplatz. Zumindest die beiden nahmen die Panne mit Humor: Ihre kleine Abenteuerreise durch Franken nutzten sie, um sich die vorbeirauschende Landschaft in aller Ruhe anzusehen.


Jüngst fuhr ein Nachtzug von Barcelona mit Kurswagen nach Mailand und Zürich. Im französischen Lyon wurde er geteilt und beide Teile in die falsche Richtung geschickt.
Beim einen Zug merkte man es an der Grenze, beim anderen erst bei der Ankunft im falschen Bahnhof. Diese Fahrgäste wurden dann durch die gesamte Schweiz umgeleitet.
Nicht auszudenken, wenn vor einer Woche die Oberpfälzer in Oberfranken oder gar im Egerland gelandet wären !!
Was ich da schon alles mit der Bahn erlebt habe könnte man in einem Buch zusammenfassen. Aber man schafft es doch noch eins drauf zu legen. Dass man dann auch noch die Fahrgäste mit Falschinformationen versucht zu beruhigen ist typisch Bahn.
Mich würde Mal interessieren wo sich in solchen und auch anderen Situationen das Zugbegleitpersonal versteckt.
Da finden sie keinen mehr!!! Die sind spurlos verschwunden.
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