Bundesagentur hat schwarz gebaut

LAUF — Der Zaun, der seit dem vergangenen Jahr die Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit in der Schützenstraße in Lauf umgibt, ist ein Schwarzbau und muss bis zum 30. September abgerissen werden. Das hat die Bauaufsicht beim Landratsamt entschieden – und damit einen Beschluss des Laufer Bauausschusses überstimmt.
Im Frühsommer 2009 hatte ein Anwohner die Pegnitz-Zeitung auf den Fall aufmerksam gemacht. Das Grundstück der Führungsakademie, einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, liegt im Wald zwischen dem Sportgelände des SK Lauf und dem Trimmpfad. Es war jahrzehntelang mit einem Jägerzaun umgeben, der sich rund um das große Gelände bis auf die andere Seite des Bitterbachs erstreckte.
Letzten Sommer schließlich erneuerte die Führungsakademie den maroden Zaun, ersetzte ihn aber keineswegs durch einen baugleichen hölzernen Jägerzaun – das hätte sie unter Umständen sogar gedurft, obwohl man heute im Wald grundsätzlich keine Zäune mehr ziehen darf –, sondern durch einen massiven, mannshohen Metallzaun.
Das Argument des ausführenden Architekten gegenüber der PZ war damals, es handle sich um eine Instandhaltungsmaßnahme und nicht um einen Neubau. Es folgte eine Odyssee durch Ämter und Behörden, denn die Zuständigkeiten für die Genehmigung von Bauvorhaben einer Bundesbehörde, und dann auch noch im sogenannten Außenbereich, waren zunächst nicht klar.
Schließlich entschied der Laufer Bauausschuss im Januar dieses Jahres, die Einzäunung sei so vollkommen in Ordnung, sie behindere niemanden und verunstalte auch die Landschaft nicht. Man habe keine Einwände gegen das Bauwerk.
Damit wäre der Fall eigentlich abgeschlossen gewesen – hätte nicht ein Anwohner bei der Bauaufsicht des Landratsamtes Beschwerde gegen den Bau eingelegt.
Daraufhin, so Pressesprecherin Petra Barth, habe sich das Bauamt den Zaun vor Ort angesehen und war zu dem Schluss gekommen, dass er sehr wohl genehmigungspflichtig gewesen wäre. Diese Baugenehmigung erteilte das Landratsamt auch im Nachhinein nicht. Vielmehr wurde entschieden, dass der Zaun bis Ende September, also innerhalb der nächsten vier Wochen, abgerissen werden muss.


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