Wohin in die Schule?
LAUF — Gut eine Woche vor Schulbeginn steht noch nicht fest, welche Abc-Schützen in der Kunigunden- und welche in der Rudolfshofer Schule eingeschult werden. Hintergrund ist ein Konflikt um die Klassenbildung.
75 Abc-Schützen sind für die Grundschule I angemeldet, die in Lauf zwei Standorte hat, nämlich in der Rudolfshofer Schule (hier befinden sich auch Rektorat und Verwaltung) sowie in der Kunigundenschule. Macht drei Klassen mit je 25 Schülern – so hat es jedenfalls das Staatliche Schulamt beschlossen. Schule und Elternbeirat fordern jedoch vier Eingangsklassen und werden darin von den heimischen Landtagsabgeordneten Beyer und Eckstein sowie Bürgermeister Bisping unterstützt.
Für das Schulamt ist die Lage eindeutig: „Wenn wir beispielsweise in Feucht drei erste Klassen mit 28 Schülern haben, dann können wir es nicht rechtfertigen, in Lauf vier Klassen mit nicht mal 20 Kindern zu bilden“, sagt Schulamtsdirektor Kriegelstein. Schließlich habe man nur ein gewisses Lehrerstundenkontingent zur Verfügung, das gerecht verteilt werden müsse. Bereits im letzten Jahr sei die Einrichtung von vier ersten Klassen an der Grundschule I „grenzwertig“ gewesen. Warum die namentliche Klasseneinteilung bisher nicht erfolgt ist, weiß Kriegelstein nicht. „Für uns steht schon seit März fest, dass es nicht mehr als drei Klassen gibt.“
Ganz anders liest sich das in einer Pressemitteilung der Stadt Lauf von gestern Mittag, die die Schuld für die Verspätung beim Kultusministerium sieht: Bedauerlicherweise erfolge die Zuteilung der Erstklässer auf die Schulhäuser „aufgrund der langwierigen und noch immer nicht abgeschlossenen Prüfung der Sachlage durch das Kultusministerium“ in diesem Jahr erst sehr spät, heißt es in dem Schreiben.
Eine abschließende Antwort aus München, ob vielleicht doch vier erste Klassen gebildet werden können, liege noch nicht vor. Bürgermeister Bisping selbst sei über das Verhalten von Schulamt und Ministerium „sehr verärgert“.
SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Beyer fürchtet in einem Brief an Kultusminister Spaenle „um den Bestand der wohnortnahen Grundschule“, falls tatsächlich nur drei Klassen zustande kommen. Er sieht den doppelten Schulstandort in Lauf mittelfristig in Gefahr und fordert ein „Wegkommen vom reinen Verteilungskampf“.
Dem Vernehmen nach sollen nun zwei Eingangsklassen in der Kunigunden- und eine in der Rudolfshofer Schule gebildet werden, weil viele Eltern aufgrund des weniger gefährlichen Schulwegs das Kunigunden-Schulhaus bevorzugen. Die endgültige Entscheidung soll den Familien Anfang kommender Woche mitgeteilt werden. In der Grundschule I selbst war gestern aufgrund der Ferienzeit leider niemand zu erreichen.


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